allianz denkplatz schweiz und Angestelltenverbände mit gleichem Anliegen: Punktuelle Modernisierung der arbeitsgesetzlichen Grundlagen

Pünktlich auf den 1. Mai – dem Tag der Arbeit – publizieren die von EXPERTsuisse initiierte allianz denkplatz schweiz  und die Angestelltenverbände der plattform  ein gemeinsames Positionspapier zur Teilmodernisierung des über 50-jährigen Arbeitsgesetzes.

Aktuell sind in Bundesbern mehrere parlamentarische Initiativen für eine punktuelle Modernisierung des Arbeitsgesetzes in Diskussion. Die plattform und die allianz denkplatz schweiz sind an einer punktuellen Modernisierung der Arbeit interessiert, welche die heutige Fragestellung im Zusammenhang mit Flexibilisierung und Arbeitssouveränität angeht und löst. Deshalb haben in den letzten Monaten Gespräche stattgefunden. Dabei hat sich gezeigt, dass in den wesentlichen Grundsätzen eine gleiche Auffassung zur Modernisierung des Arbeitsgesetzes vorliegt.

Letztlich geht es beim gemeinsamen Anliegen darum, gewünschte Arbeitsformen zu legalisieren und den Gesundheitsschutz zu stärken. Die sozialpartnerschaftlichen Grundlagen des Arbeitsgesetzes sind bewährt und entsprechend aufrecht zu erhalten. Daher braucht es keine Totalrevision des Arbeitsgesetzes, sondern lediglich punktuelle Flexibilisierungen.

Lesen Sie mehr hierzu im Positionspapier der allianz denkplatz schweiz und der plattform.

  1. NZZ vom Samstag, 29. April 2017: Realitätsfremdes Arbeitsgesetz
  2. NZZ vom Samstag, 29. April 2017: Für Flexiblere Arbeitszeiten
  3. NZZ vom Mittwoch, 3. Mai 2017: Angriff auf die Gesundheit

WAK-N stimmt der Teilflexibilisierung des Arbeitsgesetzes zu: Ein weiteres Etappenziel wurde erreicht

Nachdem bereits die Wirtschaftskommission des Ständerats (WAK-S) der Meinung war, dass Anpassungen am heutigen Arbeitsrecht nötig seien, hat am 21. Februar 2017 auch die zuständige Kommission des Nationalrats (WAK-N) für die Parlamentarische Initiative von Konrad Graber zur Teilflexibilisierung des Arbeitsgesetzes und Erhalt bewährter Arbeitszeitmodelle sowie für die Parlamentarische Initiative von Karin Keller-Sutter zur Regelung von Ausnahmen bei der Arbeitszeiterfassung grünes Licht gegeben. Somit ist der Weg für eine inhaltliche Diskussion frei.

Mit diesen beiden Initiativen wollen die Ständeräte Konrad Graber und Karin Keller-Sutter das überholte Arbeitsgesetz besser an die heutigen Lebens- und Arbeitsformen anpassen. Die allianz denkplatz schweiz freut sich über den positiven Entscheid der beiden Kammern. Das „Ja“ zur Modernisierung des Arbeitsrechts ist ein wichtiger Schritt für die Zukunft des Innovations- und Wirtschaftsstandorts Schweiz.

Die allianz denkplatz schweiz wird die Arbeiten weiter begleiten und sich für zeitgemässe arbeitsgesetzliche Rahmenbedingungen in der zunehmend digitalisierten Arbeitswelt einsetzen.

Die Medienmitteilung der WAK-N finden Sie auf dem folgenden Link.

WAK-S will punktuelle Flexibilisierung des Arbeitsgesetzes

Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerates (WAK-S) will gemäss Sitzung vom 18.08.2016 eine Flexibilisierung der Arbeitszeiterfassung bzw. des Arbeitsgesetzes. EXPERTsuisse und die weiteren Partner der allianz denkplatz schweiz freuen sich über dieses klare Zeichen aus Bern.

Medienmitteilung der Parlamentsdienste: Die WAK-S hat sich mit zwei parlamentarischen Initiativen befasst, wovon die eine (16.423) weitergehende Erleichterungen bei der Arbeitszeiterfassung für leitende Angestellte und Fachspezialisten und die andere (16.414) eine Teilflexibilisierung des Arbeitsgesetzes verlangt. Die Kommission hat beiden Initiativen mit je 10 zu 3 Stimmen Folge gegeben.
Die Kommissionsmehrheit ist der Ansicht, das Arbeitsgesetz von 1964 sei in erster Linie als Fabrikarbeitsgesetz konzipiert, es biete nicht genügend Möglichkeiten für die heutigen Gegebenheiten der Arbeitswelt und solle an die heute gelebte Realität angepasst werden. Die Anfang Jahr in Kraft getretenen Erleichterungen bei der Arbeitszeiterfassung seien nicht ausreichend, die Lohngrenze sei zu hoch, es könnten auch nicht alle Branchen die neuen Bestimmungen nutzen.
Die Minderheit argumentiert, es gebe auch mit den geltenden Bestimmungen ausreichend Möglichkeiten für eine flexible Arbeitszeitgestaltung, sie seien den Unternehmen aber möglicherweise zu wenig gut bekannt. Sie sieht keinen Handlungsbedarf. Sie fürchtet vielmehr, die Arbeitnehmenden hätten bei einer Annahme zu wenig Schutz, und will den beiden Initiativen deshalb keine Folge geben.
Die beiden Initiativen gehen nun an die WAK-N, die WAK-S braucht vor einer allfälligen Umsetzung die Zustimmung ihrer Schwesterkommission.

Informationsveranstaltung mit Ständerat Konrad Graber am 7. April 2016, Hotel St. Gotthard, Zürich

Am Runden Tisch wird das Thema Arbeitszeitflexibilisierung sowie deren Bedeutung für den Standort Schweiz mit Vertretern von verschiedenen Branchen aus dem Dienstleistungssektor und aus der Politik behandelt. Ständerat Konrad Graber referiert über die aktuelle politische Situation zum Thema Arbeitszeitflexibilisierung. Über die Folgen und Auswirkungen der verkannten Problematik für den Standort Schweiz und für die Arbeitgeber sowie Arbeitnehmer findet anschliessend eine offene Diskussion statt. Zudem berichtet die allianz denkplatz schweiz, was sie bereits unternommen hat und wo sie in den nächsten Monaten ihren Schwerpunkt legen will.

6 Verbände gründen die allianz denkplatz schweiz

Am 30. März 2016 haben 6 Branchenverbände aus dem Dienstleistungsbereich die allianz denkplatz schweiz gegründet. Vorsitzender der Allianz ist Dominik Bürgy, Geschäftsführer Dr. Marius Klauser. Die Allianz, welche sich für die Zukunft des Denkplatzes Schweiz einsetzt, tritt als gemeinsames Sprachrohr der Verbände auf und prägt die politische Diskussion. Die Mission der Allianz finden sie hier, die aktuellen Allianzpartner hier.